Sonntag, 22. Oktober 2006

Beliebtes Schengenvisa

Unmittelbar an der gleichen Strasse neben meinem Arbeitsort im Podol-Quartier befindet sich auch die spanische Botschaft. Vor dieser Botschaft spielen sich jeden Tag die seltsamsten Szenen ab. Schon etwa um 08:00 Uhr versammeln sich dort die Antragssteller eines Schengenvisas für Spanien - und zwar rund etwa 200 Leute - und dies jeden Tag!


Spanische Botschaft mit Antragsstellern für ein Schengenvisa


Um etwa 08:30 Uhr beginnt dann die Visavergabe. Die Antragssteller müssen auf der Strasse vor der spanischen Botschaft warten und werden dann nacheinander aufgerufen, um in die konsularische Abteilung der Botschaft hinein zu gehen. Im Sommer mag dies ja noch gehen, aberharten Kiewer Winter wird diese Übung schon zur Durchhalteübung. Diese rund etwa 200 Leute sind dann so gegen 13:00 Uhr abgefertigt - dann, wenn ich jeweils zum Mittagessen gehe. Vor der Botschaft finden sich jeden Tag auch fliegende Händler ein: So kann man dort Krankenversicherungen abschliessen oder man kriegt auch Kaffee und etwas zum Essen um das lange Warten etwas angenehmer zu machen. Ich bin bis heute noch überrascht, wieviel Leute jeden Tag bei der spanischen Botschaft ein Schengenvisa beantragen. Und ich denke, dies wird vor den anderen Botschaften der Schengenstaaten hier in Kiew auch nicht viel anders aussehen...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dieses Szenario findet vor jeder europäischen Botschaft sowie der US-Botschaft tagtäglich ab. Wenn schneller in die Botschaft reinkommen willst, dann musst du die Security schmieren. Bei der CH-Botschaft kostete dies U$50!

Grüsse
André

podvalov hat gesagt…

Ich hoffe aber, dass wenn man etwas von der eigenen Botschaft will, es fuer einen Schweizer Buerger nicht notwendig ist, die Security zu schmieren, um in die Botschaft normal und ohne Schlange stehen hinein zu kommen... Oder doch?

Anonym hat gesagt…

Bei der schweizer Botschaft in Kiew muss man niemanden schmieren um reinzukommen - schon gar nicht als Schweizer. Das sind ziemlich heftige Geruechte, die da in die Welt gesetzt werde. Da wuerde ich sehr aufpassen damit...

Anonym hat gesagt…

Keine Gerüchte, sondern leider tagtägliche Realität. Der Umstand, dass es einem ungeschulten "westlichen" Auge nicht auffällt, besagt noch nicht, dass es so nicht ist. Jeder Security-Mitarbeiter ist der "Liebe Gott" - "Willst du rein? Dann musste an mir vorbei..." Sie wissen doch selber, Herr Anonym, wie die Handlungsabläufe und Vorschriften vor Ihrem Eingang sind, oder? Schon traurig, dass die Realität an den Verantwortlichen vollkommen vorbei geht. Im Verdrehen, Abzocken und Linken sind die Ukrainer bedingt durch das Alltagsleben doch noch sehr fitter als jeder "Westler". Es fehlt wohl die Erfahrung, oder?