Mittwoch, 4. Juni 2008

Kurztrip nach Lviv

Vor zwei Wochen war ich beruflich auf einem Kurztrip in Lviv. Leider war ich nur einen halben Tag und eine Nacht dort. Und leider musste ich auch schon am nächsten Morgen um 07:00 das Flugzeug zurück nach Kiew nehmen.


Blick auf die Altstadt von Lviv


Lviv ist eine wunderschöne Stadt und mit Abstand die europäischste Stadt der Ukraine, die ich bisher gesehen habe. Obwohl ja auch Odessa europäisches Flair hat, ist Lviv noch um einiges europäischer geprägt. Dies liegt sicher auch an der bewegten Geschichte der Stadt, war sie nach ihrer Gründung unter dem Kiewer Rus lange polnisch (Lwów) und auch lange eine österreich-ungarische Garnisonsstadt (Lemberg - es wurde hier fast 200 Jahre lang Deutsch gesprochen...). Nach dem Ersten Weltkrieg war Lviv wieder Teil Polens und erst ab 1939 gehörte Lviv (wieder) zur Ukraine (genau genommen zur Ukrainischen SSR).


Flughafen von Lviv


Da ich mit dem Flugzeug nach Lviv gereist bin - ein grauenhafter Flug mit einer uralten Tupolew, wo die Kabine im Landeanflug mit Dampf gefüllt wurde - sah ich als erstes den Flughafen der Stadt. Ein wirklich kleiner Flughafen, der mehr an einen Bahnhof als an einen Flughafen erinnert. Danach fuhren wir mit dem Taxi an typisch sowjetischen Satellitenstädten vorbei in's Stadtzentrum.


Blick auf einen Boulevard im Stadtzentrum


Das Stadtzentrum von Lviv ist überwältigend. Es hat schöne Boulevards und enge Gassen, an denen fast ausschliesslich Häusern aus der Renaissance, dem Barock und der Jahrhundertwende stehen.


Der selbe Boulevard in andere Richtung und Park


Man hat dabei wirklich den Eindruck in einer westeuropäischen Stadt zu sein. Nur die typisch gelben Marschrutkas erinneren einem daran, dass man noch in der Ukraine ist...


Eine alte Kirche und typische Marschrutkas


Leider hatte ich wirklich wenig Zeit Fotos zu machen - es war halt eine Geschäftsreise. Und dann hat es die ganze Zeit auch noch in Strömen geregnet (die beiden Fotos mit Sonnenschein stammen aus dem Internet...). Ausserdem muss ich auch noch erwähnen, dass das Abendessen in einem Restaurant in Lviv das beste Essen war, das ich bisher in der Ukraine gegessen habe. So habe ich z.B. einen Traum von einer Pilzcrème-Suppe aus Karpaten-Pilzen gegessen...


Eine Gasse in der Altstadt


Ich habe mir vorgenommen, so rasch als möglich nach Lviv zurückzukommen und mir dann in aller Ruhe die Stadt anzuschauen.


Gasse und Platz mit Verklärungskirche

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

tod den marschrutkas

Podvalov hat gesagt…

Verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, was es an den Marschrutkas auszusetzen gibt. Es ist ein billiges und praktisches Verkehrsmittel, auf das viele Leute ohne Auto angewiesen sind...

Gruss,

Podvalov

Konsti hat gesagt…

Moin,
erstmal lustiger Blog!Also im Sinne von interessant :)
Ich bin mal vor nicht langer Zeit mit dem Bus aus Deutschland in die Ukraine gefahren..unsere erste Station in der Ukraine war dabei Lviv. Es hatte gerade geregnet, die Straßen im Zentrum waren blockiert von stauenden Autos, überall waren Baustellen zu sehen, an den Seiten hatten die Fußgänger(alt und jung) teilweise über die Abgrenzungen geklettert um ihren Weg zu finden, direkt an den Straßenseiten verkauften Omis irgendwelches Essenszeugs und kurz daneben sammelte sich eine Müllhalde auf. Die ganze Stadt sah durch den Regen ziemlich verschlammt und verdreckt aus, die Buse waren auch überfüllt..und naja im großen und ganzen war es schrecklich..ich weiss nicht wo man da was europäisches entdecken konnte?! ;)
Es war die erste Stadt die ich in der Ukraine zu Gesicht bekam und das Bild von Lviv hatte mich dabei ein wenig abgeschreckt..

Mirko Wittich hat gesagt…

So drastisch würde ich das mit den Marschrutkas nicht sehen, aber sie machen den öffentlichen Nahverkehr kaputt, der finanziell eh kaum über die Runden kommt. Überall wird wegen dem Fahrgastrückgang (durch die Marschrutkas)bei Bus und Tram eingeschränkt. Was zu lasten der wirklich armen Leute geht, die entweder dort frei fahren können (zb Rentner)oder zumindest einen günstigeren Preis zahlen als bei den Marschrutkas.
Die Preisdifferenz zwischen denen und dem ÖPNV sind für uns lächerlich, aber nicht für die Armen.