Samstag, 10. November 2007

Wildwuchs Plakatwerbung

In Kiew nimmt die Plakatwerbung immer mehr überhand und ich finde, dass Kiew nun am Schmerzpunkt angelangt ist. Denn obwohl Werbung in einer freien Marktwirtschaft sehr wichtig ist beginnt die Plakatwerbung langsam aber sicher das Kiewer Stadtbild zu (zer-) stören. Und erst in Kiew habe ich gelernt, wieviel verschiedene Formen der Plakatwerbung es heute überhaupt gibt...


Grossflächiges Plakat an einer Baustelle


Wie bei allem im Leben ist es wie immer eine Frage des Masses. Nun bin ich als Ökonom ja wirklich nicht gegen Werbung, aber ich finde, dass langsam aber sicher die Stadtverwaltung bei diesem Wildwuchs eingreifen sollte. Denn ein schönes Stadtbild ist ebenfalls ein schützenswertes Gut und bekanntlich will sich ja Kiew als touristische Destination etablieren.


Eine ganze Fassade als Werbeplakat


Dabei kann Werbung auch schön sein - sogar in Kiew! Vereinzelt grossflächige Werbung wie bei den zwei Bildern weiter oben dargestellt finde ich gar nicht einmal schlimm. Vor allem, wenn es sich um eine Baustelle handelt wie beim ersten Bild und es hilft auch die Tristesse der sowjetischen Plattenbauten etwas aufzulockern. Auf der anderen Seite sollte es nicht zu viel wie zum Beispiel in Bukarest werden, wo hunderte von Häusern ganz in Plakate eingepackt wurden. Für mich das absolute Negativbeispiel.


Typische Kiewer Strasse voll mit Plakatwänden


Hier ist nun meines Erachtens die Kiewer Stadtverwaltung gefragt. Aber mit einem so speziellen Bürgermeister wie Leonid Kosmos ist halt vermutlich nicht viel zu erwarten... Und ich stelle mal die nicht sehr unrealistische Hypothese auf, dass einige der Beamten der Kiewer Stadtverwaltung bei diesem Geschäft kräftig mit verdienen. Aber hoffen kann man ja, dass es nicht noch schlimmer mit den Plakaten wird und man zur Einsicht gelangt, dass es nun reicht... Und vielleicht wir es ja unter einem neuen Bürgermeister Vitali Klitschko (Вiталiй Володимирович Кличко) besser.


Nicht ein bisschen viel Plakate an einem Ort?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"obwohl Werbung in einer freien Marktwirtschaft sehr wichtig ist"

Waah! Obwohl ich mich (zumal als ökonomischer Laie) mit dieser Frage noch nicht wirklich tiefergehend auseinandergesetzt habe, will ich das so nicht stehenlassen ;-)

Werbung im Sinne von seriöser Produktinformation finde ich ok. Aber Werbung heutzutage ist zumeist doch nicht mehr als subtil-emotionale Beeinflussung des Konsumenten ohne jeglichen Informationsgehalt (unabhängig davon ob das umworbene Produkt qualitativ hochwertig oder der letzte Müll ist).
Mir ist nicht klar wieso das in einer Marktwirtschaft sinnvoll sein soll.

Toni (dem v.a. die allerorten anzutreffende Plakatwerbung gehörig auf die Nerven geht)

sarah hat gesagt…

Toller Artikel!