Sonntag, 2. Mai 2010

Zugsreise nach Dnipropetrovsk

Vor zwei Wochen musste ich beruflich nach Dnipropetrovsk (Дніпропетровськ) reisen. Da zu dieser Zeit der Luftverkehr wegen Asche eines isländischen Vulkans mit unusprechlichem Namen gestört war, und auch aus Interesse, bin ich mit dem Zug gereist. Auf der Hinreise habe ich einen Schalfwagen im Nachtzug genommen, auf der Rückreise fuhr ich im Expresszug, der um 17:00 abfährt und um 23:00 in Kiew ankommt.


Bett im Schlafwagen


Die Strecke von Kiew nach Dnipropetrovsk beträgt dabei rund 500 km und der Nachtzug bracht acht Stunden. Die Schlafwagen sind dabei sehr modern (z.B. mit modernem TV, siehe Bild) und relativ grosszügig gehalten. Die Betten sind zwar relative schmal, aber wenigstens lang genug, was bei meiner Grösse relativ wichtig ist... Nur das ewige rütteln wegen den schlechten Schienen ist schon etwas nervtötend...


Türe und Fernseher im Schlafwagen


In Dnipropetrovsk habe ich rund 12 Stunden verbracht, wobei ich einige Zeit in der Nähe des Bahnhofs verbracht habe. Mir ist dabei die Armut der Leute dort recht stark aufgefallen. In Kiew sieht man das weniger. Obowhl, beim Bahnhof von Kiew hat es leider auch recht viele arme Leute...


Bahnhof von Dnipropetrovsk



Bahnhofsplatz von Dnipropetrovsk



Altes Haus an einem Platz in Dniporpetrovsk



Dnjepr mit Skyline von Dnipropetrovsk


Zurück gefahren bin ich mit dem Expresszug, der sechs Stunden nach Kiew braucht. Die Bestuhlung in diesem Zug ist dabei wie in einem modernen westlichen Zug und auch hier war das Rollmaterial modern. Ehrlich gesagt bin ich nicht so ein Freund der sonst landestypisch üblichen Coupés. Besonders überrascht hat mich das Bordrestaurant, wo man wirklich eine gute warme Mahlzeit bekommt (obwohl die Auswahl nicht gerade gross ist...).


Expresszug am Bahnhof von Dnipropetrovsk



Bordrestaurant im Expresszug

Kommentare:

Markus hat gesagt…

Endlich neue Nachrichten!
Ein seltsamer Brauch auf dem Friedhof zu picknicken, der Gendanke, im Kreise seiner lieben Verstorbenen etwas Schönes zu unternehmen, ist aber irgendwie auch klasse.

Thorsten hat gesagt…

Wow, der Wagen sieht echt toll aus und widerlegt viele Erzählungen über ukrainische Schlafwagen, die ich bisher gehört habe. Wieviel hat denn die Schlafwagenfahrt gekostet?

Anonym hat gesagt…

Wahnsinn, ich hätte echt nicht gedacht, dass man in meiner Heimat mit solchen Zügen fahren kann :)

rosa hat gesagt…

Sind sie auch in einem einfachen Schlafwagen gereist?
So schön ist es dort nicht. Und erst das morgendliche Waschen in der Toilette!!
Ich bin zwar als Ausländerin in
einer humanitären Mission gereist, aber nicht so komfortabel.. .

Aber weiter so, ich lese sehr gerne Ihren Blog.

Rottensteiner hat gesagt…

Ich bin in der letzten Woche 2 mal mit einem 'normalen' Zug gefahren (6 Stunden von Kherson nach Krivij Rih und 4 Stunden von Slima nach Kiew). Also solche Zuege wie auf den Fotos habe ich nicht erlebt. Meine Zuege (obwohl Fernzuege: Mikolajiv - Krivij Rih und Sewastopol - Kiew) hatten nicht mal eine erste Klasse. Kann sein, dass es aber am vollkommenen Fehlen der Lese- und Sprachkenntnissen gelegen ist.

Werner hat gesagt…

Ein sehr interessanter Bericht !
Erfolgte die Zugfahrt nach Kiew im Wagen der 1. Klasse ?
Wir fuhren diese Strecke 2008 im normalen Schlafwagen mit 4 Betten.

Anonym hat gesagt…

ein schöner Beitrag. Vielen Dank. Vo rallem für jemanden wie mich der auf langen Reisen unterwegs ist. Ich war vor ein paar Jahren in der Ukraine. Und ich bin mit dem Zug gefahren und von dort auf unbefestigten Wegen weiter in die abgelegenen Dörfer zu Fuß. Und ja, es ist wunderschön und es gibt viele sehr freundliche Menschen dort. Es ist aber eine raue Landschaft. Also für jeden Tourristen ist es ein MUSS! Kann dazu noch diesen Artikel empfehlen: http://www.derneuemann.net/was-bei-zugreise-beachten/4099
Nette Grüße