Mittwoch, 5. November 2008

Obama zur Ukraine

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich mich heute riesig über die Wahl von Barack Obama gefreut habe.

Nachfolgend ein original Dokument vom President-Elect Barack Obama, welches sein Meinung zur Ukraine wiedergibt. Viele Russen hoffen nun auf eine Entspannung. Da bin ich aber nicht so sicher, wenn ich den nachfolgenden Brief lese. Und am Tag der Wahl gleich Raketen in Kaliningrad aufzustellen ist sicher nicht die clevere Art, sich viele Symapthien vom neuen Präsidenten zu sichern... Ausserdem war Barack Obama schon einmal in der Ukraine und kennt das Land daher etwas. Und der politische Einfluss der ukrainischen Diaspora im Rostgürtel der USA, der näheren Heimat von Obama, ist auch nicht zu unterschätzen. Wir werden ja sehen...


Barack Obama zur Ukraine (für Grossbild anklicken)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Obama hat sich aber auch während dem Wahlkampf dahingehend geäussert, dass er die russischen "Befindlichkeiten" in deren Nachbarregion verstehen könne. Diese Äusserung hat er dann später wieder abgeschwächt.

Im Gegensatz zu McCain hat Obama den russischen Angriff auf Georgien nicht umfassend verurteilt.

Obama dürfte sich gegenüber den Russen weniger konfrontativ zeigen als Bush. Das viel diskutierte Rakentabwehrsystem der Amerikaner in Europa ist den Demokraten eher ein Dorn im Auge. Es ist aber auch anzumerken, dass eine weniger konfrontative Politik der USA gegenüber Russland längerfristig auch der Ukraine dienen könnte, da ohne Russland Geopolitik in dieser Weltgegend nicht zu machen ist.

Was hingegen gestern aus Moskau zu vernehmen war, ist alles andere als deeskalierend. Anstatt die Chance für einen Neuanfang zu nutzen, gibt sich der Kreml eher als "beleidigt", resp. erwartet eine vorderhand einseitige Annäherung der USA.

Über Obamas konkrete aussenpolitische Ziele ist relativ wenig bekannt als auch über seine gesamte Politik, die er machen will. Fest steht, dass er in seinem Bewegungsraum massiv eingeschränkt ist - durch nun 8 Jahre Bush.

Was Obama konkret der Ukraine bringe wird, ist abzuwarten. Viel dürfte sich hier jedoch nicht ändern. Dringender ist hier, dass sich die Ukraine in den nächsten Jahren und Jahrzehnten von selbst demokratisiert und aufbaut.

Anonym hat gesagt…

Obama hat grosse Versprechungen abgegeben: Alle wird er nicht halten können.

Die Innepolitik dürfte mindestens am Anfang Vorrang haben. In der Aussenpolitik wird er wohl vermehrt auf Zusammenarbeit setzen. In Sachen Russland scheint eine Annäherung möglich, da es dafür nicht viel brauchen dürfte.

Betreffend Ukraine und NATO wissen wir alle, dass dies vorrangig von Westeuropa abhängen dürfte. Bush hat sich klar für eine Natomitgliedschaft der Ukraine eingesetzt - jedoch haben ihr europäische Interessen dies mindestens zur Zeit verhindert.

Von dieser Perspektive aus gesehen, dürfte - falls man davon ausgeht, dass Obama mehr auf Pluarlismus setzt - eine Annäherung der USA zu Europa stattfinden wobei in Sachen NATO und Ukraine wohl eine Abschwächung der amerikanischen Position festzustellen sein wird.

Was das Schreiben von Obama betrifft, so dürfte es sich hier mehr um einen Wahlwerbebrief handeln als um eine konkrete politische Agend. Ich bin mir sicher, dass auch McCain in diese Richtung gearbeitet hat.

Was davon umgesetzt wird, ist angesichts der umfassenden Versprechen, eine andere Frage.

Ohne weiteres kann man jedoch sagen, dass eine NATO Mitgliedschaft der Ukraine für die USA wohl nicht das dringendste Problem sein dürfte.

Reto Held, Zurich/Kiev/New York

Anonym hat gesagt…

Obama wird tendenziell eher den Konsens als den Alleingang suchen. Er, als Nachkriegsgeneration-Politiker, ist frei von alten Mustern des kalten Krieges, wie sie bspw. bei McCain noch präsent sind.

Deshalb wird Obama weniger die Konfrontation - und hier ist vor allem Russland gemeint - suchen. Die Demokratie voranzutreiben - v.a. in Russland - ist eine bekannte amerikanische Leitlinie in der Region. Dennoch wird sich die Ukraine oder auch Russland vor allem selbst erneuern müssen. Ebensowenig ist eine NATO Mitgliedschaft - selbst wenn sie von den Europäern durchgewinkt würde - eine Garantie für eine demokratischere Zukunft, noch ist sie eine Garantie für eine automatische Verteidigung durch das NATO Bündnis im Kriegsfall (siehe NATO Statuten).

Eine grössere Konsenspolitik von Obama beinhaltet deshalb auch, dass auf russische Interessen Rücksicht genommen werden wird - und die sind, wie ja bekannt, oft kontradiktär zu denjenigen der Ukraine (mindestens in der Mehrheit).

Als Fazit kann man sagen, dass sich durch ein Präsident Obama für die Ukraine nicht viel ändern wird - weder positiv noch negativ. Die finanzielle Unterstützung durch die USA dürfte weitergeführt werden. In persönlicher Hinsicht dürfte Obama weniger stark für die Ukraine einstehen als das Bush getan hat, dafür aber mehr den Ausgleich der Interessen zwischen Russland und der Region suchen, was wohl insgesamt für die Ukraine langfristig eher positiv sein dürfte.

Jean-Paul LeMarc, Washington

Anonym hat gesagt…

Ich habe gerade zufällig Ihren Blog entdeckt. Bitte schreiben sie mehr! :)
Ihre Ansichtsweise ist sehr interessant und (ungewöhnlich) nicht von Vorurteilen geprägt.
Die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in der Ukraine ist natürlich von besonderer Interesse..

Romanyuk Mariya, Wien

gaggelman hat gesagt…

Priviet Podvalov!

Wann gibt es denn mal wieder Neuigkeiten aus Kiew? Warte gespannt auf neue Berichte, Fotos, ect....

Viele Grüße aus dem Sauerland,
Markus

Anonym hat gesagt…

... ich schließe mich gaggelman ausdrücklich an!

Oder ist Podvalov in Kiew eingefroren?

Themen liefern "die großen 3" ja fast täglich.

Anonym hat gesagt…

Currency collapse in Ukraine
Dec 1st 2008
From the Economist Intelligence Unit ViewsWire

The battle in Ukraine to stop the currency plummeting

Ukraine’s currency is plummeting in response to the country’s declining economic prospects and financing difficulties. With the IMF now having a major say in policy decisions, non-market solutions are improbable; instead, the aim is to achieve an orderly depreciation rather than a rout. Ultimately, a weaker exchange rate will be beneficial to the economy. Yet the adjustment will be painful, and this may fuel political impulses that run counter to IMF strictures.

Off a cliff
The hryvnya hit an all-time low of HRN7.38:US$1 on November 27th, a fall of around 38% from the HRN4.60:US$1 rate seen in the first week of July. The National Bank of Ukraine (NBU, the central bank) had been attempting to defend the currency through interventions in the foreign exchange market, but having seen reserves fall by 15% in October alone, to US$31.9bn, it can ill afford to further defend the currency.


The lack of confidence in Ukraine’s currency is unsurprising. Inflation has been sky-high this year, averaging just over 30% year on year in the second quarter and 26% in the third quarter. Industry is going into freefall. Monthly output growth fell by 0.5% in August and 4.5% in September; nevertheless, the 19.8% year-on-year contraction recorded for October came as an enormous shock. The economic slowdown and the weaker prospects for export volumes and prices, as well as the global credit squeeze, have focused attention on Ukraine’s large external financing requirement. Financial inflows have all but dried up.

As good as steel
Russia too is experiencing strong downward pressure on its currency versus the dollar. In Russia’s case, this reflects the the fall in the oil price since July and uncertainty over short-term prospects. The oil and gas industry is the main driver of the economy; it is also a major determinant of sentiment; hence the Russian equity market has followed the oil price downwards since mid-year.

For Ukraine, the commodity to watch is steel. Ferrous metals account for 40% of export revenue and 25% of industrial production. As with oil in Russia, the revenues generated are vital to stimulating the broader economy. From late 2007 until the middle of this year, the hryvnya was generally on an appreciating trend. This was consistent with the surge in the prices of Ukraine’s main steel products. Prices for steel billet rose from around US$540/tonne in late 2007 to US$800/t in early March and US$1,200/t in early July, according to data from Metal Bulletin. Prices for steel slab and hot-rolled coil followed a similar trajectory: from US$550/t in late-2007 to US$1,100/t in late July for the former, and from US$620/t to US$1,130/t for the latter.

From August, however, prices started to collapse. The price of billet fell by 25% in a month and as of November 24th its price is down two-thirds from its mid-year high. Slab and hot-rolled coil prices have suffered a similar decline. Even more damagingly, global demand for steel has shrunk dramatically since July, hence the sharp downturn in industrial output and the guaranteed contraction in export revenue (90% of steel output is exported). One prominent Ukrainian mill expects output in the first quarter of 2009 to be down 75% from a year earlier.

The hryvnya has tracked steel’s declining fortunes. On Bloomberg data, the currency traded at HRN4.60:US$1 in the first week of July. By late September it had broken through HRN5:US$1. Over the course of October it moved unrelentingly towards HRN6:US$1, but the major slide has come in late November. From HRN6.12:US$1 on November 21st, the Ukrainian currency slumped to HRN7.38:US$1 on November 27th.

The current-account deficit was until recently estimated to be around 6.7% of GDP this year. With steel export revenue set for a sharp decline, this will put widening pressure on the current-account deficit from one side. From the other, the near-certainty of a sizeable increase in the price of imported gas in 2009 threatens a further widening. Given the sharp shrinkage in the availability of credit, it is not clear how Ukraine could finance its current-account deficit in the months ahead. The IMF, starkly, has forecast a current-account deficit of just 2% of GDP next year--on the assumption that this is all the credit that Ukraine will be able to attract.

Managed retreat?
In early November Ukraine agreed a US$16.4bn package with the IMF, focused initially on reviving the banking sector and ensuring it could service its large external debts. The programme also seeks to put Ukraine’s public finances and exchange-rate policy onto a more sustainable footing. With large budget surpluses not a practical option, nominal depreciation is inevitable. The IMF and the NBU hope to engineer an orderly retreat and so avoid a rout that could overshoot, causing additional and unnecessary damage. Yet the IMF also wants Ukraine to relinquish controls on foreign-exchange markets.

Now that the NBU has scaled back its efforts to arrest the currency’s slide, the most pressing question is how much further the currency will fall. On November 27th that NBU’s deputy governor, Oleksander Savchenko, said that an exchange rate of around HRN7:US$1 was appropriate given Ukraine’s financial circumstances. Yet just ten days earlier, the NBU had said that HRN5.6-6.0:US$1 was sustainable through to mid-2009, after which the currency would strengthen once again. Among banks and other market-watchers, there is a growing sense that HRN7.5-8.0:US$1 could be a more sustainable exchange rate.

In the firing line
The devaluation will cause considerable disruption. Importers find it all but impossible to hedge against currency risk in the country. As a result, in October some pharmaceutical importers put up prices to cover their increased costs, only for the government to mandate that prices be returned to their October 1st levels. As the impact of the November weakening of the currency feeds through, many more enterprises that import finished products or inputs will be inclined to raise prices. This will either stoke inflation and suppress consumption or, if the government opts for widespread price controls, threaten higher rates of insolvency and a cutback on future investment.

Alongside business, Ukrainians with foreign-currency loans will feel an immediate impact from the devaluation. According to the NBU, an astonishing 50% of loans in Ukraine are US dollar-denominated. A slide in the currency will put additional strain on borrowers, at a time when growth is falling, unemployment is rising and real wage growth is about to fall sharply (and may become real wage contraction). Monthly repayments on a US$12,000 car loan taken out over 7 years in 2006 at 11.5%, for instance, will rise from HRN966 at the August exchange rate to HRN1,460 if the hryvnya stabilises at HRN7:US$1.

The most realistic method of protecting those with dollar loans, aside from seeking to lengthen the maturity of the foreign-denominated loans, would be to hike interest rates in an effort to defend the currency. Yet this would arguably make the overall situation worse. Already businesses are facing lending rates of 30-50% when they approach domestic banks for credit. The government would fiercely resist moves to increase interest rates. According to Anatoliy Shapovalov, the NBU’s first deputy governor, the government wants to cut the benchmark interest rate from 12% to 8%. However, higher interest rates are likely at some point to be on the IMF’s agenda for Ukraine, if only to bring down inflation, most likely once liquidity improves.

Unavoidable pain
A weaker exchange rate is inevitable given the balance of payments shock that Ukraine is starting to experience. Eventually it should provide a competitive boost to the economy, increasing opportunities for exporters (when external demand recovers) and import-substituting producers. First, however, Ukraine must undergo the pain of adjustment. How painful this process will be depends on how much further the currency will fall; the main risk now is that ordinary Ukrainians will lose confidence in the currency, causing it to fall even further. The reported withdrawal by residents of HRN9bn from banks in October suggests that this risk is appreciable. It would not be surprising if Prime Minister Yuliya Tymoshenko’s dirigiste government soon resorted to heavy restrictions on withdrawals.

Anonym hat gesagt…

Ich denke, dass das UBS office in Kiev wo Podvalov arbeitet, aufgelöst wurde. Deshalb ist wohl Podvalov verschwunden.

anthoney hat gesagt…

Welcome Mr President!!