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Sonntag, 18. Januar 2009

Ukrainischer Cognac

Viele Leute denken bei hochprozentigem Alkohol und Ukraine vor allem an den Wodka. Mir persönlich sagt aber viel mehr der ukrainische Cognac (коньяк) zu. Und dabei gibt es absolute Spitzenqualität, welche mit französischen Cognacs problemlos mithalten können, nur ist dies im Westen leider nicht so bekannt.


Drei Flaschen des Schustow Cognacs
(3, 4 und 5 Jahre alt)

In der Ukraine wird seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Cognac produziert, als auch der Weinanbau in der Ukraine immer beliebter wurde (siehe früheren Blog Beitrag darüber). Heute gibt es eine Vielzahl von ukrainischen Cognacs, die vom billigen Fusel zum teuren 10-jährigen Jahrgangs-Cognac reichen. Meine bevorzugte Marke ist dabei der fünfjährige Schustow Cognac (Шустов) der 1863 gegründeten Odessa Cognac Fabrik (Одесский Коньячный Завод), welcher absolut bezahlbar ist und erst noch in einer wunderschönen Flasche (Glockenform) daherkommt. An einer Messe im Jahre 1900 in Paris bekam ausserdem der Schustow Cognac das Recht, sich als Cognac (und nicht als Weinbrand) zu bezeichnen. Und von 1912 bis 1916 war Schustow ausserdem der Haus-Cognac des russischen Zaren. Benannt ist der Cognac nach Nikolaj Schustow (Николай Леонтьевич Шустов), einem russischen Cognac-Pionier und Wodka Produzenten. Unterdessen habe ich aufgehört, meiner Familie und Freunden in der Schweiz ukrainischen Wodka zu schenken, und schenke lieber eine Flasche Schustow...
  • Website (russisch) der Odessa Cognac Fabrik: Link
  • Blog: Ukrainischer Wein: Link

Sonntag, 9. März 2008

Butterwoche in Kiew

Vom Montag, 3. März bis heute Sonntag, 9. März war die Butterwoche (Масленица = Masleniza) in Kiew. Als Masleniza bezeichnet man die Woche vor Beginn des grossen Fastens vor Ostern. Der Name rührt daher, dass in dieser Woche den orthodoxen Gläubigen der Verzehr von Fleisch bereits untersagt, aber der von Milch, Milchprodukten, Eiern und Fisch noch erlaubt ist.


Maxim Rylksy Monument am Eingang zum Goloseewski Park

Auf vorchristliche Traditionen zurückgehend, war die Masleniza bis zum 16. Jahrhundert eine Art ausgedehntes Neujahrsfest oder mit unserem Silvester vergleichbar und entwickelte sich zu einem Fest zur Verabschiedung des Winters und zur Begrüssung des Frühlings.


Strasse entlang des Golseewski Parks


Die Masleniza ist ein sehr ausgelassenes Fest, bei dem vor dem grossen Fasten nochmal ausgiebig der Völlerei gefrönt wird. In ihrer traditionellen Form ist sie mit verschiedenen Brauchtümern verbunden, die zum Teil an feste Tage im Wochenlauf geknüpft waren.


Stände und Riesenrad im Park


Eine an der an der Masleniza besonders beliebte Speise sind die Blini (Блины), eine Art osteuropäsicher Crêpes. Blini gibt es mit süssen (Quark, Marmelade, Honig, Schokoladencreme) und salziger Füllung (Hackfleisch, Kaviar).


Offene Restaurants im Kiewer Winter


In Kiew findet ein Teil der Masleniza Feiern im Gloseewski Park (Голосеевский парк) im Süd-Westen der Stadt statt. Man findet dabei die Stände ganz in der Nähe des Haupteingangs des Parks (beim Maxim Rylksy Monument). An den Ständen kann man dabei alle möglichen Speisen und Getränke kaufen. Ebenfalls normal ist es, die Speisen und Getränke gleich draussen an Tischen oder im Gehen zu Essen - obwohl es erst März ist und des dann auch noch sehr kalt in Kiew sein kann. Zum Glück war es aber mit 8 Grad gestern Samstag sehr warm. Nur der leichte Regen hat etwas gestört...


Zubereitung von frischen Blini

  • Web: Mehr Infos über die Masleniza: Link
  • Blog: Goloseewski Einsiedelei: Link
  • Blog: 1. August Feier in Kiew: Link

Sonntag, 23. Dezember 2007

Fondue essen in Kiew

Etwas, was man als Auslandschweizer wirklich von Zeit zu Zeit vermisst, sind typisch schweizerische Gerichte, die man nicht so einfach kochen kann. Ein Birchermüesli oder ein Zürcher Geschnetzeltes kann man sich ja selber zu Hause zubereiten, aber bei einem Fondue oder Raclette ist das leider nicht ganz so einfach...

Nun habe ich aber zum Glück in Kiew ein Restaurant gefunden, wo es richtiges Käsefondue gibt! Und interessanterweise habe ich den Tipp von einem Engländer erhalten, der schon neun Jahre hier in Kiew lebt.


Blick in das Restaurant "Fondue Bar"


Sinnigerweise heisst das Restaurant "Fondue Bar" (Фондю Бар) und befindet sich im Globus Einkaufszentrum unter dem Maidan, genau gesagt im Bereich der grossen Kuppel mit Globus. Das Restaurant ist dabei absolut stylisch eingerichtet (siehe Fotos) und im Hintergrund hört man coole Fast Beats. Also nichts mit rustikaler Einrichtung und Schweizerörgeli und somit ein ganz neues Fondue Erlebnis im Restaurant.


Blick in eine Ecke des Restaurants


Natürlich hatte ich bei diesem doch recht ungewohnten Ambiente meine Bedenken, ob man da auch ein richtiges Käsefondue mit allem Drum und Dran bekommt. Auch die Auswahl an Käsefondues ist etwas ungewohnt, so gibt es neben dem klassischen Fondue auch ein Fondue mit italienischen Käsen. Ein explizites Schweizerisches Fondue hat es ausserdem überhaupt nicht auf der Menükarte und nach Vacherin und Greyerzer sucht man vergebens. Da wir uns nicht sicher waren, welches nun das beste Fondue ist, haben wir ein klassisches und ein italienisches Käsefondue bestellt.


Fertig zubereitetes Fondue im Caquelon


Wie obiges Bild zeigt, wird das Fondue dabei stilecht in einem Caquelon mit Brot und Fonduegabeln serviert. Und das klassische Fondue kommt geschmacklich recht nahe an ein Schweizer Fondue heran. Das italienische hingegen ist recht süsslich und somit im Geschmack doch recht ungewohnt.

Natürlich habe ich mich sehr gefreut, nach zwei Jahren endlich wieder einmal ein Fondue essen zu können. Dies war vermutlich das grösste Weihnachtsgeschenk, das ich mir machen konnte! Und ich empfehle jedem Heimwehschweizer hier in Kiew dieses Restaurant zu besuchen.
  • Web: Website der Fondue-Bar (läuft aber nicht): Link
  • Web: Weitere Infos zum Restaurant: Link
  • Telefon des Restaurants: +380 44 590 18 03

Dienstag, 1. Mai 2007

Mister Snack

Eine sehr gute und weit verbreitete Fastfood-Kette in Kiew ist "Mister Snack" (Містер Снек). Natürlich finde ich die ukrainische Schreibweise des Namens schon etwas gewöhnungsbedürftig... Diese Fastfood-Kette ist dabei auf heisse Sandwiches mit allen möglichen Beilagen und guten Saucen spezialisiert. Natürlich gibt es auch Salate und sehr guten Kaffee. Ein grosses Sandwich kostet dabei umgerechnet CHF 4.-.


Eine kleine Filiale des "Mister Snack" in unserer Nähe


Die Restaurants sind dabei sehr modern eingerichtet und sehr gepflegt. Die Sandwiches sind frisch zubereitet und sehr schmackhaft. Sollte man mal nicht viel Zeit haben oder man möchte mal etwas Abwechslung zur "klassischen" ukrainischen Küche haben, finde ich den "Mister Snack" sehr empfehlenswert.


Theke im Innern eines "Mister Snack"

Sonntag, 29. April 2007

Kulturgut Sonnenblumenkerne

Geröstete Sonnenblumenkerne (Семечки) sind der ukrainische und russische Knabber-Snack schelchthin. Dabei handelt es sich um einen sehr gesunden Snack der über 90% ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, Vitamin D, Vitamin K, Vitamin B, Vitamin A, Vitamin F, Karotin, Calcium, Iod und Magnesium enthält.


Sonnenblumenkerne in Zeitungspapier-Tüte verpackt

Die Sonneblumenkerne werden dabei überall auf der Strasse von meistens älteren Frauen (es gibt aber auch Ausnahmen wie nachfolgendes Bild zeigt...) zum Kauf angeboten und in eine Tüte aus Zeitungspapier eingepackt (siehe Bild oben). Die auf der Strasse angebotenen Sonnenblumenkerne sind natürlich ungeschält und das Schälen ist ein fester Bestandteil des Essens und eine nette Ablenkung.


Typischer Kiewer Strassenstand mit Sonnenblumenkernen


Aber heute kriegen die traditionellen Strassenverkäuferinnen immer mehr Konkurrenz von fertig verpackten und schon geschälten Sonnenblumenkernen. Ich persönlich glaube aber nicht, dass die Verkäuferinnen vom festen Strassenbild der ukrainischen Städte ganz verschwinden werden.

Sonnenblumenkerne aus einem Geschäft

Freitag, 9. März 2007

Sowjetskoe Schampanskoe

Im Westen ist zwar bekannt, dass die Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion gerne Wodka trinken, hingegen ist die fast ebenso grosse Vorliebe für Champagner fast nicht bekannt. Dabei hat eine ehemalige sowjetische Marke Kultstatus: Sowjetskoe Schampanskoe (Советское Шампанское = sowjetischer Champagner). Und noch weniger Menschen wissen, dass der original Sowjetskoe Schampanskoe aus Kiew stammt!



Sowjetskoe Schampanskoe: halbsüss (links) und süss


Der Sowjetskoe Schampanskoe wurde erstmals am 27. Dezember 1954 von der Kiewer Sektkellerei "Stolitschnyj" (КЗШВ = Киевский завод шампанских вин «Столичный») abgefüllt (Stolitschnyj = hauptstädtisch). Die Produktion betrug damals schon 1.5 Millionen Flaschen pro Jahr. Heute ist der Kiewer Champagner so bekannt, dass er sogar von mehreren Firmen, sogar in Deutschland, kopiert wird...


Gebäude der Kiewer Sektkellerei an der
Syretskaja Strasse 27

Besonders bekannt ist dabei der halbsüsse Champagner (russ. полусладкое, ukr. напівсолодкое). Die süsse Variante des Sowketskoe Schampanskoe ist dabei viel weniger bekannt. Vielleicht muss noch gesagt werden, dass in der Ukraine und Russland der Champagner-Geschmack um einiges süsser ist als in Westeuropa, wo ja fast nur brut (=trocken) oder höchstens halbtrockener Champagner getrunken wird. Und in der Ukraine gilt der Champganer als reines Frauengetränk, während richtige Männer Wodka trinken... Eigentlich schade!


Etikette des Sowjetskoe Schampanskoe halbsüss

Der halbsüsse Sowjetskoe Schampanskoe wird aus Riesling, Aligote, Chardonnay und Pinot Gris Weintrauben hergestellt. Seine Farbe ist strohfarbig bis goldgelb. Der Zuckergehalt beträgt 6 bis 6,5%.
  • Website der Weinkellerei (Deutsch): Link

Sonntag, 25. Februar 2007

Preisgünstig Essen in der Stolowaja

Eine richtig gute Institution in der Ukraine sind die sogenannten "Stolowajas" (Столовая), was direkt übersetzt "Tisch Raum" bedeutet, gemeint ist aber damit eigentlich eine Kantine oder ein preisgünstiges Restaurant. In einer Stolowaja kriegt man für umgerechtnet CHF 5 bis CHF 8 ein komplettes Mittagessen mit Salat, Suppe, Hauptgang und Getränk. Das Menu kann man sich dabei selbst auslesen. Angeboten wird traditionelle ukrainische Küche. Unterdessen gibt es in Kiew schon Stolowajas der unterschiedlichsten Preisklassen: Sie reichen von ganz billig (mit Plastik oder Blechbesteck) bis zu luxuriös (in klimatisierten Räumen und luxuriösem Interieur). In Kiew gibt es unterdessen schon richtige Ketten von Stolowajas, die bekannteste ist wohl "Domaschnja Kuchnja" (Домашня Кухня), was nicht anderes als "Häusliche Küche" bedeutet.


Speiseausgabe und Kasse der Stolowaja


An diesem Wochenende waren wir in einer Stolowaja beim Petrivka Bazar zu Mittag essen. Hier handelt es sich um eine Stolowaja der unteren bis mittleren Preisklasse. Ich persönlich bin der Meinung, dass das Essen in allen Stolowajas ausgezeichnet ist und die Qualität des Essens nicht sehr variiert. Ich habe aber auch schon Ukrainer kennen gelernt, die da ganz anderer Meining sind...


Stolowaja von Aussen



Blick auf den Petrivka Bazar von oben (Dächer im Vordergrund)

Sonntag, 18. Februar 2007

Hühnchen Kiew

Die mit Abstand bekannteste kulinarische Spezialität aus Kiew ist das Hühnchen Kiew (котлетка по киевски), auch als "Hühnchen à la Kiev" oder "Huhn Kiew" bekannt - könnte man leicht vom Namen her denken. Es handelt sich dabei um ein mit flüssigem Dill-Butter gefülltes, paniertes Hühnerschnitzel. Eine genauere historische Betrachtung der Entstehungsgeschichte dieser im heutigen Kiew sehr weit verbreiteten Spezialität zeigt aber, dass die Stadt Kiew überraschenderweise sehr wenig dazu beigetragen hat...


Ein aufgeschnittenes Hühnchen Kiew mit ausgelaufenem Dill-Butter


Denn das Originalrezept stammt von einem Franzosen, Nicolas François Appert (1749-1841) der u.a. am Hofe der russischen Zarin Elisbaeth I. (российская императрица Елизавета Петровна, 1741 - 1761), einer Tochter Zar Peters des Grossen, gewirkt hat.


Zarin Elisabeth I. von Russland


Nicolas François Appert war ein französischer Konditor, Erfinder und erfand verschiedene Methoden der Lebensmittelkonservierung.


Nicolas François Appert

Zarin Elisabeth I. von Russland war bekannt für Ihre Vorliebe für die französische Küche und Nicolas François Appert kreierte dieses Gericht für die Zarin. Somit handelt es sich genau genommen eigentlich um ein russisches oder französisches und nicht etwa um ein ukrainisches Gericht, wie der Name eigetlich impliziert. Das Originalrezept hiess "Côtelettes de volaille", wurde aber Ende des 19. Jahrhunderts von New Yorkern Restaurants in Hühnchen Kiew umbenannt, um damit den vielen dort lebenden russischen Emigranten zu gefallen. Das Rezept kam während des Zweiten Weltkriegs nach Europa zurück und wurde Bestandteil der modernen russischen und ukrainischen Küche. Heute kriegt man Hühnchen Kiew in jedem Restaurant mit ukrainischer Küche hier in Kiew.


Hühnchen Kiew Rezept

Zutaten (für 4 Personen):
  • 4 Hähnchenbrüste mit Flügelknochen
  • 200 g Butter
  • 100 g Semmelbrösel
  • 2 geschlagene Eier
  • 1 Salz
  • 1 Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Bund frischer Dill
  • 1 Mehl
  • 1 Öl zum Frittieren
Die Hühnerbrüste häuten, ausbeinen und halbieren. Das Fleisch vorsichtig flach klopfen.

Die Butter in 8 Teile zerschneiden und den gehackten Dill beimischen. Jedes Stück zu einer etwa 8 cm langen Rolle von 1 cm Durchmesser formen. In den Kühlschrank legen, damit die Butter fest wird.

Das Fleisch salzen und pfeffern und in jedes Kotelett ein Butterröllchen wickeln. Die Koteletts in Mehl wälzen, zwischen den Händen rollen, zunächst in Ei und dann in Semmelbröseln wenden. Etwa 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit Butter und Fleisch fest werden.

Die Koteletts etwa 5 Minuten goldbraun frittieren.

Samstag, 17. Februar 2007

Suschi-Bar

Heute waren wir in einer Suschi-Bar ganz in der Nähe unserer Wohnung zu Abend essen gegangen. Die Suschi-Bar ist dabei erst vor kurzem eröffnet worden und heisst SuschiJa (СушиЯ).


Aussenansicht der Suschi-Bar


Die Suschi-Bar befindet sich an der Ulitsa Moskovskaja (Улица Московская) im Stadtteil Petschersk (Печерск). Die Inneneinrichtung ist dabei sehr elegant und kühl - typisch halt für eine Suschi-Bar.



Innenansicht der Suschi-Bar


Natürlich ist dies nicht die einzige Suschi-Bar von Kiew. Zum Beispiel in der Nähe meines Arbeitsortes im Podol-Bezirk (Подол) hat es ebenfalls eine Suschi-Bar. Ich finde aber das SuschiJa um einiges eleganter...


Zubereitetes Suschi

Das Suschi war sehr frisch und hat ausgezeichnet geschmeckt. Auch für die Augen war es sehr schön zubereitet worden. Natürlich mussten wir auch japanisches Bier und Sake probieren. Als Dessert gab es Grüntee-Eiscreme.


Ich in der Suschi-Bar


Besonders gefallen hat uns auch das Aquarium hinter meinem Sitzplatz. Da wir erst kürzlich mit unserer Tochter "Finding Nemo" auf DVD angeschaut haben, hat meiner kleinen Tochter das Aquarium besonders gefallen.


Fisch im Aquarium

Dienstag, 12. September 2006

Ukrainischer Wein

Wenig bekannt in Westeuropa ist die Tatsache, dass der Weinbau in der Ukraine eine sehr lange Tradition hat. Allgemein denkt man ja, dass in der Ukraine nur Wodka getrunken wird - oder wer dieses Blog liest, weiss vielleicht auch, dass ukrainisches Bier sehr gut schmeckt.


Weinbaugebiet in Koktebel auf der Krim


Schon im 4. Jahrhundert v. Chr. bauten die alten Griechen auf der Halbinsel Krim den ersten Wein an, denn aus dieser Zeit wurden Pressen und Amphoren gefunden. Nachdem 1783 die Krim russisch wurde, liess der russische Generalgouverneur 1820 die ersten Weingärten anlegen. Und als die Zaren eine Sommerresidenz auf der Krim hatten, musste auch der Zar mit seinem Hofstaat mit Wein versorgt werden, weshalb das heute noch existierende Staatsweingut Massandra gegründet wurde.


Koktebel Weinkeller auf der Krim


Bis heute noch ist die Halbinsel Krim das wichtigste Weinbaugebiet der Ukraine mit den besten und bekanntesten Weinen. Neben der Krim wird aber auch Wein an der Grenze zu Moldawien (Bessarabien), im Süden der Ukraine (Cherson und Dnipropetrowsk) und in Transkarpatien angebaut.


Massandra Weinetiketten


Auch während der Sowjetzeit war die Ukraine mit 250'000 Hektar der größte Lieferant von Weinen innerhalb der UdSSR (d.h. grösser als etwa Georgien oder Moldawien). Heute wird in der Ukraine eine Rebfläche von über 120'000 Hektar bearbeitet, was eine Jahresproduktion von etwa 1,2 Million Hektoliter ergibt. Die Fläche ist heute geringer als zu Sowjetzeiten, da viele Weinberge wegen der Kampagne zur Begrenzung des Alkoholkonsums unter Mikhail Gorbatschow vernichtet wurden!


Koktebel Weinflaschen


Die folgenden Rebsorten werden in der Ukraine heute angebaut:
  • Aligoté
  • Cabernet Sauvignon
  • Chardonnay
  • Fetească
  • Gewürztraminer
  • Isabella
  • Kagor
  • Muscat
  • Pinot Blanc
  • Pinot Gris
  • Pinot Noir
  • Riesling
  • Rkatsiteli
  • Sauvignon Vert

Weindegustation auf dem Weingut Massandra


Die Ukrainer und Russen lieben gerne schwere und süsse Weine, und so verwundert es nicht, dass die meisten Weine in der Art des Portweins, Sherrys und Madeiras hergestellt werden. Und deshalb sind die meisten Weine für uns Westeuropäer als Tischweine viel zu süss und erinnern uns an Zuckerwasser. Bei einer Degustation auf dem Weingut Massandra (siehe Foto oben), an der ich selbst schon teilgenommen habe, waren von neun zu degustierenden Weinen nur gerade einer trocken, d.h. nicht zuckersüss! Aber man kann unterdessen immer mehr trockene ukrainische Weine (v.a. Rotweine) zu erschwinglichen Preisen kaufen. Natürlich sollte man keinen absoluten Spitzenwein erwarten, aber als guter Tischwein ist er auch ein Genuss! Die bekanntesten ukrainischen Weinmarken sind ausserdem Massandra und Koktebel, beide von der Krim.
  • Blog: Ukrainisches Bier: Link
  • Weingut Massandra (R): Link
  • Weingut Koktebel (R): Link

Samstag, 2. September 2006

Ukrainisches Bier

Was die wenigsten vermuten würden, ist dass es in der Ukraine nicht nur ausgezeichneten Wodka (=Gorilka, Ukrainisch) gibt, sondern dass man auch ausgezeichnetes Bier (=Pivo) trinken kann. Das Bier hier schmeckt ähnlich wie das deutsche Bier, d.h. es ist sehr mild und süffig, und nicht so würzig wie das schweizerische Bier. Die bekanntesten ukrainischen Biermarken sind dabei:


Slavutitsch Werbung


Als Weissbier Liebhaber freut es mich auch sehr, dass es seit kurzem auch dieses Bier nun in der Ukraine gibt. Das Weissbier heisst hier "Bile Nefiltrovane", weiss nichts anderes als "weisses ungefiltertes" bedeutet (siehe auch weiter unten die Tschernigivske Werbung für Weissbier). Das helle, blonde Bier heisst ausserdem "Svitle", was eben nichts anderes als "helles" bedeutet.


Obolon Werbung


Die etwas älteren ukrainischen Marken sind Slavutitsch, Obolon und Saramt. Seit kurzem drängt aber Tschenigivske sehr agressiv in diesen Markt und ist unterdessen auch sehr beliebt. Slavutitsch ist ausserdem eine an der ukrainischen Börse gehandelte Firma, weshalb ich diese Firma berufsbedingt etwas besser kenne! Bier ist in der Ukraine v.a. ein Sommergetränk, dass sehr gerne im Freien getrunken wird - so ist es auch ganz normal, auf der Strasse mit einer Bierflasche herum zu laufen - und das sind nicht etwa Alkoholiker, sondern ganz normale junge Leute! Und nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen trinken in der Ukraine gerne Bier.


Sarmat Werbung


Der jährliche pro Kopf Konsum liegt in der Ukraine noch bei 45 Litern, er liegt d.h. unter dem Russischen (60 Liter) und Europäischem Durchschnitt (60 Liter), ist aber am steigen... In der Ukraine darf im Fernsehen Reklame für Bier gemacht werden (im Gegensatz zur Schweiz) und die Werbung ist hochprofessionel und auf Europäischem Niveau.


Tschernigivske Werbung für Weissbier

Samstag, 26. August 2006

Eine Usbekische Oase

Nicht weit entfernt von unserer Wohnung, am Klovskij Spusk 10, liegt das usbekische Restaurant "Karavan". Wir hatten dieses Restaurant schon an einem unserer ersten Spaziergänge in Kiew entdeckt, bis jetzt aber noch nicht besucht. Heute war es nun soweit.


Terasse des Restaurants "Karavan"


Das Restaurant bietet dem Besucher wirklich die Atmosphäre einer Oase aus 1000 und einer Nacht! Man sitzt auf bequemen Sofas an der frischen Luft (sofern die Luft frisch an einer Kiewer Strasse sein kann...) und wird von usbekisch gekleidetem Personal bedient. Im Hintergrund läuft eine dezente Musik, die eine Mischung aus orientalischer Musik und Trip-Hop darstellt.


Unsere gemütliche Sofa Ecke mit Wasserpefeife


Natürlich kann man auch Wasserpfeife (russisch "Kalyan") rauchen (wie ausserdem fast überall in Kiew) und sich ein Menü aus den verschiendensten orientalischen Speisen zusammen stellen. Wir haben uns für eine usbekische Tschutschvara Suppe (Gemüsesuppe mit Pelmini, d.h. Teigtaschen), Lilya Kebab (eine Art von grosser Cebabcici) und einen Dimlyama Eintopf (eine Art von Siedfleisch im Feuertopf zubereitet) entschieden. Dazu gab es typisches Fladenbrot.


Reich gedeckter Tisch


Zum Abschluss gab es natürlich den obligaten usbekischen Kaffee, der fast wie der türkische Kaffee schmeckt. Ein Besuch in diesem Restaurant ist ein bisschen wie Kurzferien. Man muss aber sagen, dass das Restaurant für Kiewer Verhältnisse recht teuer ist - aber der Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Und ich denke, dass die wenigsten in ihrem Leben schon in einem usbekischen Restaurant waren! Usbekistan gehörte früher ja wie die Uktraine zur Sowjetunion. Und es ist schon faszinierend, wieviele verschiedene Völker in diesem Staat früher zusammen gelebt haben.

Samstag, 29. Juli 2006

Ukrainische Küche: Schaschlik

Gleich vorweg: Natürlich ist Schaschlik keine Ukrainische Erfindung, sondern kommt eigentlich aus dem Kaukasus und den Turkländern. Hingegen kann man in allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion, also auch in der Ukraine, Schaschlik essen.


Schaschlik Spiesse werden auf einem Holzkohle-Feuer grilliert


Schaschlik ist ein auf Holzkohle gegrillter oder gebratener marinierter Fleischspiess. Schaschlik gibt es in zahlreichen Varianten aus Lamm-, Rind- und Schweinefleisch, oft ergänzt um weitere Zutaten wie Gemüse, z. B. Zwiebel, Paprika und Tomate, oder auch Scheiben von Speck, Niere, Leber, kleine Würstchen usw., die abwechselnd mit dem Fleisch auf die Spiesse gesteckt werden. Zur Zubereitung von Schaschlik wird das Fleisch zunächst in kleinere Würfel geschnitten und für Stunden oder Tage mariniert, was ihm den besonderen Geschmack verleiht und es zarter macht.

Schaschlik ist ein typisches Sommeressen. Wird es heiss, holen die Ukrainer ihre Schaschlik-Grille heraus und das Festessen beginnt. Hartgesottene grillieren aber auch im Winter draussen bei Minustemperaturen. Gegessen wird Schaschlik immer mit einer typischen, leicht scharfen Tomatensauce und vielen Zwiebeln. Ich glaube es ist jedem klar, dass ich selbst Schaschlik sehr gerne esse! Gerade heute Abend habe ich ein sehr gutes Schweins-Schaschlik gegessen!

Schaschlik Rezept:

Zutaten:

Schweinefleisch (am besten Nacken), Bauchspeck, Leber oder Niere, rote Paprika, kleine Zwiebeln (evtl. Schalotten)

Für die Marinade:

Olivenöl, Chilipulver nach Geschmack, Bedarf und Laune, wenig Salz, Zitronensaft, gehackte Petersilienstängel

Zubereitung:

Das gereinigte Fleisch in gleichmässige Stücke, den Speck in dünne Scheiben schneiden. Die Paprikaschote putzen und in breitere Streifen schneiden. Insgesamt aufs "Format" achten – die Grösse der Stücken sollte stimmig sein. Die Zwiebeln pellen. Zwiebeln und Paprika in kochendem Wasser 2 Minuten blanchieren.

Abwechselnd Fleisch, Speck und das Gemüse auf Holzspiesse stecken. Zu große Zwiebeln vorher halbieren. Es können auch dünne Bambusspiesschen aus dem Asia-Laden verwendet werden. Tipp: Vor der Verwendung in kaltem Wasser einweichen.

Die Marinade-Zutaten alle verrühren, die gehackten Petersilienstängel dazu geben. Die Spiesse mit der Marinade bestreichen und mindestens drei Stunden ziehen lassen. Geht auch über Nacht. Auf dem Holzkohle-Grillrost rundum grillen.

Kategorie: Kulinarisches aus der Ukraine

Mittwoch, 5. Juli 2006

Ukrainische Küche: Kiewer Torte

Eine typische Spezialität, die man unbedingt gegessen haben muss, wenn man Kiew besucht, ist die berühmte Kiewer Torte (= Kievskyj Tort). Nur schon speziell und auch sehr typisch ist die Verpackung, eine im altmodischen Stil gestaltete, runde Karton-Schachtel mit für Kiew typischen Kastanien.


Angeschnittene Kiewer Torte mit Verpackungsschachtel


Die Torte ist dabei relativ trocken bis porös und wird aus einer Masse aus Nüssen, Eiweiss, Mehl und anderen Zutaten gemacht und schmeckt sehr süss. Das gebackene Torte wird mit einer Schokoladen-Creme umhüllt und verschiedenfarbigen Cremes und Zuckerblumen verziert.

Die Kiewer Torte kann man dabei in jedem grösseren Kiewer Lebensmittelgeschäft kaufen - sie gibt es aber auch in jeder anderen Ukrainischen Stadt. Ich habe sogar schon auf dem Bahnhof von Kiew Frauen gesehen, die Kiewer Torten als letztes Mitbringsel aus Kiew auf dem Perron verkauft haben...

Hier noch ein Rezept für die Kiewer Torte für diejenigen, die die Torte probieren möchten, aber nicht in der Ukraine Leben:

Teigmasse:
  • 1 Tasse Mehl
  • 2 Tassen Zucker
  • 12 Eiweisse
  • 500 g gehackte Nüsse (Mandeln/Walnüsse/Haselnüsse)
Creme:
  • 6 Eigelbe
  • 1 Tasse Zucker
  • 2 Tassen Milch
  • 3 TL gem. Gelatine
  • 250 g Butter
  • 3-4 EL Kakao

Belag:
Nüsse ganz, Schokoraspel, gehobelte Mandeln

Zubereitung:
Nüsse in der Pfanne anrösten.
Eiweiße steif schlagen, Zucker nach und nach unterheben.
Vorsichtig geröstete Nüsse und gesiebtes Mehl unterheben.
Den Teig in eine Springform (26 cm) geben und sofort im vorgeheizten Backofen bei 170°C 90 Minuten backen, bis der Kuchen eine goldbraune Kruste bildet.

Creme:
Milch vorsichtig erhitzen und fast zum Kochen bringen, vom Herd nehmen und 5 Minuten ziehen lassen.
Die Eigelbe mit Zucker schaumig schlagen, bis sie weiß werden. Warme Milch nach und nach zugeben Die Mischung unter ständigem Rühren mit einem Holzlöffel erwärmen (sie darf nicht kochen!!), bis sie dickflüssig wird. Vom Herd nehmen. Gelatine nach Packungsanleitung auflösen und untermischen.
Butter schaumig schlagen. Nach und nach Milchmischung hinzugeben. Kakao nach Geschmack zugeben. Den warmen Kuchen 1 oder 2 mal durchschneiden, erkalten lassen und mit Creme bestreichen. Dann Die Außenseiten bestreichen. Ein wenig Creme für die Verzierung zurückhalten.
Torte 2-3 Stunden im Kühlschrank. kühl stellen
Torte nach Belieben Verzieren.

Samstag, 10. Juni 2006

Ukrainische Küche: Bliny

Bliny ist eigentlich nichts anderes wie Ukrainische Omeletten oder fast noch treffender Crêpes. Die Blinys werden dabei kalt gegessen und mit etwas Süssem oder Salzigem gefüllt. Am bekanntesten und vermutlich auch beliebtesten ist dabei sicherlich die Füllung mit Kaviar. Aber mindestens so gut ist auch die Füllung mit Süssem wie Beeren aller Art oder Konfitüre oder Salzigem wie Hackfleisch. Die gefüllten Bliny werden aber nicht gerollt, sondern gefaltet. Ebenfalls sehr wichtig ist, dass die gefüllten Bliny immer mit Saurem Rahm, dem "Smetana", gegessen werden.


Drei mit Saurem Rahm
und Konfitüre dekorierte Bliny

Hier nun ein Rezept zur Herstellung von Bliny:

Der Omlettenteig wird traditionell 5-6 Stunden vor dem Braten zubereitet. Damit die Omeletten schön dickflüssig werden, sollte das Verhältnis zwischen Mehl und Flüssigkeit in etwa 1:1 sein. Dabei versteht man unter "Flüssigkeit" nicht nur Milch, sondern auch Butter, Eier, Rahm und Hefe. Außerdem ist es wichtig darauf zu achten, dass:
  1. Die Hefe ganz frisch ist und nicht zuviel Hefe verwendet wird,
  2. Der Teig jedes Mal sehr sorgfältig vermischt wird (es dürfen kleine Klümpchen drin bleiben)
  3. Geschlagenes Eiweiss in die Rahm gegeben wird (und nicht umgekehrt!). So werden die Omeletten besonders zart.
Zutaten (für 4-6 Personen):
  • 650 g Weizenmehl
  • 500 ml Milch
  • 25 g Hefe
  • 25 g Butter
  • 100 ml Rahm
  • 2 Eier
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • Öl zum Braten
Zubereitung:
  • Hefe mit Milch verrühren, die Hälfte vom Mehl und weiche Butter hinzufügen und ca. 30 Minuten gehen lassen.
  • Eigelb vom Eiweiss trennen. Eigelbe mit Zucker verreiben.
  • Rahm steif schlagen.
  • Eiweiss steif schlagen und vorsichtig in geschlagene Rahm unterrühren.
  • Den Teig umrühren, das restliche Mehl, Salz, Eigelb mit Zucker hinzufügen und alles gut durchmischen.
  • Die Rahm-Eiweiss-Mischung unterrühren. Den Teig noch mal gehen lassen.
  • Öl in einer Pfanne erhitzen. Mit einem Schöpflöffel den Teig nehmen und dünn auf der Pfanne verteilen.
  • Die Omeletten von beiden Seiten braten.
Natürlich kann man in der modernen Ukraine auch fertig gefüllte, tiefgefrorene Bliny kaufen. Sie Schmecken ausserdem gar nicht einmal so schlecht! Das man diese aber bald auch in der Schweiz kaufen kann, ist nicht zu erwarten...

En Guete!

Samstag, 3. Juni 2006

Ukrainische Küche: Grüner Borschtsch

Da die Ukrainische Küche den wenigsten Schweizern bekannt sein wird, habe ich mich dazu entschlossen, diese Euch ein bisschen näher zu bringen - auch wenn dies hier nur verbal und mit Fotos möglich ist...

Ich beginne diese Reihe mit einem Klassiker, dem Ukrainischen Grünen Borschtsch. Der Borschtsch ist aus unserer Sicht eine nahrhafte Suppe, die Ukrainer sind aber der Meinung, dass die Bezeichnung Suppe eine Beleidigung ist, da man nach einem Borschtsch durchaus satt ist und er eine vollwertige Mahlzeit darstellt.


Ein Teller voll Grünem Borschtsch


Wie für den Kvas, so gibt es auch für den Grünen Borschtsch hunderte von "richtigen" Rezepten. Der wichtigste Bestandteil ist aber der Sauerampfer (russisch "Schawel"), weshalb diese Suppe auch in Russland als Schawelsuppe bezeichnet wird. Der Sauerampfer gibt der Suppe den typischen, leicht sauren Geschmack und die grüne Farbe.

Eigentlich ist die Ukrainische Nationalspeise der Rote Borschtsch, dessen Hauptbestandteil die Rote Bete (auf gut Schweizerisch Randen) ist. Er ist sozusagen der grosse Bruder vom Grünen Borschtsch.

Nachfolgend nun ein Rezept für den Grünen Borschtsch, welches ich auf dem Internet gefunden habe (meine Frau wollte mir ihr Geheimrezept nicht verraten...):

Zutaten
  • 600 g Suppenfleisch vom Rind
  • 1 Bd. Suppengrün
  • 1 1/2 l Wasser
  • 250 g Rote Bete
  • 300 g Spinat
  • 200 g Sauerampfer
  • 500 g Kartoffeln
  • 1 Karotte
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 Zwiebel
  • 100 g Zwiebelgrün
  • 30 g Butter
  • 1 El. Mehl
  • 1 El. Tomatenmark
  • 2 Hartgekochte Eier
  • 1 Bd. Dill
  • 250 ml Saure Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Lorbeerblatt
  • Essig
  • Zucker
Zubereitung

Aus Fleisch, Suppengrün und Salz eine Brühe zubereiten und abseihen. Geschälte, gehackte rote Bete in etwas abgeschöpftem Suppenfett mit Salz, Zucker, Essig und Tomatenmark weich dünsten. Karotte, Petersilienwurzel und Zwiebel hacken, in Butter anbraten, mit Mehl bestäuben und durchrösten. Spinat, Sauerampfer und Zwiebelgrün gut waschen und in feine Streifen schneiden. Kartoffeln würfeln und in der abgeseihten Brühe 10 bis 15 Minuten vorkochen. Die vorbereiteten Gemüse dazugeben, mit Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt würzen und alles zusammen weich kochen. Das gekochte Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden, in die Suppenteller verteilen und mit heissem Borschtsch auffüllen. Jede Portion mit einem halben gekochten Ei, gehacktem Dill und einem Tupfen saure Sahne garnieren.

Da kann ich nur noch "en Guete" wünschen!
  • Wikipedia über den Borschtsch: Link

Samstag, 27. Mai 2006

Nationalgetränk Kvas

Auch wenn viele denken, dass der Wodka das ukrainische respektive russische Nationalgetränk ist, so bin ich doch entschieden der Meinung, dass es "Kvas" ist. Doch was ist Kvas? Das Wort per se bedeutet so viel wie „saurer Trank“. Prinzipiell ist Kvas mit "Vitamalz" vergleichbar, wenn es auch von der Tradition her viel älter ist. Kvas wird aus Schwarzbot hergestellt. Da ich Kvas schon mal selbst hergestellt habe, kann ich Euch im Detail erklären, was es genau ist.


Verkauf von Kvas in einem typischen Zisternenwagen


Vorweg, es schmeckt viel besser als es tönt und es beinhaltet KEINEN Alkohol! Grundsätzlich benötigt man zur Herstellung von Kwas Schwarzbrot, Wasser und Hefe. Getrocknetes Schwarzrbrot, aufgelöst in Wasser und unter Zugabe von Hefe wird zuerst gekocht. Anschliessend lässt man diese Masse abkühlen und filtert die groben Stoffe heraus. Dann wird die Restmasse nochmals gekocht, gefiltert und abgekühlt. Aber natürlich gibt es für die richtige Zubereitung des Kvas' hundert verschiedene gute Rezepte! Für den Genuss wird Kvas dabei auf rund 5 Grad abgekühlt - es ist ein typisches Sommergetränk und gilt als sehr gesund.


Ein Glas voll frischem Kvas

Kvas kann man in der Ukraine an jeder grösseren Strassenecke kaufen. Dabei wird Kvas in Zisternenwagen meistens von älteren Grossmüttern angeboten. Interessant ist, dass der Verkauf in der Ukraine respektive Kiew anscheinend monopolisiert ist: Bisher konnten wir nur Kvas von der Marke "Rosinka" auf offener Strasse kaufen! Aber natürlich erhällt man auch Kvas wie Coca Cola in jedem Lebensmittelgeschäft. Ich muss aber sagen, dass der "natürliche" Kvas aus dem Zisternenwagen von der Strasse doch um einiges besser schmeckt als derjenige aus dem Geschäft!

Ich persönlich finde Kvas sehr gut und erfrischend und kann den Genussvon Kvas jedem nur empfehlen, der die Möglichkeit dazu hat! Ehrlich gesagt musste ich aber zuerst auch ein paar Gläser Kvas trinken, bis ich auf den Geschmack gekommen bin...
  • Wikipedia über Kvas: Link

Mittwoch, 24. Mai 2006

Meine Lieblings-Eiscreme: Blombir

Bekanntlich machen ja gerade die kleinen kulturellen Unterschiede einen Aufenthalt in einem anderen Land so interessant. Über die Ukrainische Küche könnte ich dabei jetzt schon fast ein Buch schreiben und erhlich gesagt schmeckt sie mir wirklich sehr gut. Hier nun aber ein kleines, interessantes Fallbeispiel anhand von Eiscreme: Sehr beliebt in der Ukraine (und den anderen post-sowjetischen Ländern) ist die sogenannte Blombir Eiscreme. Diese ist dabei am ehesten mit unserer Vanille-Eiscreme zu vergleichen, hat aber einen viel neutraleren und weniger intensiven Vanille Geschmack und einen relativ hohen Fettanteil. Besonders interessant ist dabei, dass man Blombir nur im Plastikbeutel kaufen kann! Dies hat den Nachteil, dass wenn man etwas länger vom Einkaufen nach Hause hat, die ganze Einkaufstasche mit Eiscreme verschmiert werden könnte. Deshalb erhält man an der Kasse auch immer einen zusätzlichen Plastiksack... Natürlich kann man Blombir auch "pur" essen, Kenner essen Plombir aber mit Konfitüre. Ich bevorzuge dabei Erdbeer- oder Himbeerkonfitüre!


Blombir in Plastiksack, Konfitüre und eine zum Essen bereite Portion

Mittwoch, 10. Mai 2006

Kaffeetrinken in der Ukraine

Bekanntlich ist man ja in der Schweiz in Sachen Kaffee sehr verwöhnt und man kriegt in jedem Restaurant einen guten Espresso. In der Ukraine ist es da so eine Sache mit dem Kaffee. Entweder man kriegt einen wasserlöslichen Pulver Kaffee (Nescafe ist sehr bekannt...) oder aber eine riesige Auswahl an Kaffee (von Espresso über Capuccino bis zur Latte Machiato) zu fast westlichen Preisen (so für ca. umgerechnet CHF 4.00).

Das grösste Problem ist es aber, dass man nie weiss, ob es in dem entsprechendem Restaurant nun das eine oder das andere gibt. Mir ist es jetzt schon mehrmals passiert, dass ich einen "Kaffee" bestellte, worauf mich die Bedienung völlig arrogant fragte, ob ich einen Espresso oder Latte Machiato will... Andererseits habe ich einen Espresso bestellt und bekam eine wasserlöslichen Kaffee...

Am 9. Mai waren wir in einem "Kofe Khaus", einem Starbucks auf Ukrainisch. Ich habe mich riesig auf einen Cappuccino gefreut. Also bestellte ich einen Cappuccino. Als Antwort bekam ich die Frage, mit welchem Aroma (Schokolade, Kirsche, etc.) ich den Cappuccino den haben will. Etwas genervt antwortete ich, dass ich ihn wie "in Italien" haben will. "Also klassisch?" antwortete die Bedienung. "Genau!" entgegnete ich.


Ukrainischer Cappuccino

Was ich dann nach 15 Minuten (!!!) als Cappuccino bekam, musste ich wirklich mit dem Makro fotografieren (siehe Foto oben). Einen so kunstvoll hergerichteter Cappuccino Milchschaum habe ich sogar noch nicht einmal in Italien gesehen... Der mit Schokoladepulver vermischte Milchschaum war kunstvoll zu einem Blatt geformt! Wirklich sehr speziell. Und geschmeckt hat der Cappuccino ausserdem auch sehr gut.