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Sonntag, 6. Dezember 2009

Kiew bei Nacht

Nachdem sich die Grippe-Panik wieder gelegt hat und auch die Grippe Welle mit rund 400 Toten (0.001% der Bevölkerung) in der Ukraine abgeeebt ist, mal wieder etwas anderes... Da es im Dezember schon um 16:00 Uhr Nacht wird, ein paar Fotos von Kiew bei Nacht (im warmen diesjährigen Winter).


Mat Rodina
bei Dämmerung



Dnjepr Uferpromenade mit Kreuzfahrtschiff




Hyatt Hotel



Geschäftshäuser



Ein Business Center



Gebäude des Ukrainischen Geheimdienstes SBU

Sonntag, 11. Oktober 2009

Volksarchitektur Museum

Dieses Wochenende sind wir nach Perejaslaw-Chmelnyzkyj (Переяслав-Хмельницький) zurück gekehrt und haben das dortige Freiluftmuseum für Volksarchitektur besucht. Vor allem wegen diesem Museum ist der Ort bekannt in der Ukraine.


Ein typisches einfaches Bauernhaus mit Strohdach (19. Jahrhundert)



Innenansicht eines einfachen Bauernhauses (19. Jahrhundert)



Innenansicht eines einfachen Bauernhauses (19. Jahrhundert)


Das Freilichtmuseum ist vergleichbar mit dem Freilichtmuseum Pyrogiv (Пирогів) nahe Kiew, nur noch um einiges grösser. Im Gegensatz zu Pyrogiv kommen aber die Häuser nicht aus allen Regionen der Ukraine, sondern sind v.a. aus der Region.


Typische Scheune mit Strohdach


Im Museum finden sich vor allem Gebäude aus dem ländlichen Leben des 19. Jahrhunderts wie einfache Bauernhäuser, Scheunen, Kirchen, Gasthäuer, etc.


Gebäude im Stil einer Kolchose (oder Sowchose?)



Brot-Museum im Innern des Kolchose-Gebäudes



Sowjetisches Gemälde im Brot-Museum


Neben v.a. Bauernhäusern mit Oroginaleinrichtung hat es in den grösseren Gebäuden wie z.B. Kirchen mehrere einzelne themenspezifische Museen.


Eine typisch ukrainische Windmühle



Mehrere ukrainische Windmühlen


Das ganze Museum befindet sich in einer parkartigen Anlage mit Wäldern und Teichen und ist auch landschaftlich sehr schön, v.a. im Herbst.


Kapelle auf einer Insel in einem Teich


Ein besonderes Highlight war sicherlich das Raumfahrtmuseum im Innern einer alten ländlichen Dorfkirche aus Holz.


Typische ländliche Holzkirche mit Raumfahrtmuseum



Original Sojus-Raumkapsel im Innern der Kirche



Modell der Startrampe des Weltraumbahnhofs Baikonur


Neben Bauernhäusern von ärmeren Bauern (was der Sowjetischen Lehre diente) hatte es auch wenige Häuser von reicheren ländlichen Bewohnern.


Haus eines reicheren Dorfbewohners (19. Jahrhundert)



Innenansicht des Hauses des reicheren Dorfbewohners



Innenansicht des Hauses des reicheren Dorfbewohners


Neben Bauernhäusern gibt es auch noch eine Vielzahl von anderen Häusern anzuschauen, wie z.B. Forsthäuser, Schulen, Postgebäude, Wirtshäuser, etc.


Forsthaus (19. Jahrhundert)



Ländliches Schulhaus (19. Jahrhundert)


Postamt (19. Jahrhundert)


Ganz speziell fand ich ausserdem die Rekonstruktion einer Kosaken-Festung aus dem 18. Jahrhundert mit tiefem Graben, Palisaden und Tor.


Kosaken-Festung (18. Jahrhundert)



Tor der Kosaken-Festung (18. Jahrhundert)

Freitag, 13. Februar 2009

Verträumtes Czernowitz

Auf unserer Reise in die Südwest-Ukraine haben wir zum Abschluss auch noch Czernowitz (Чернівці) besucht.


Hauptstrasse mit unserem Hotel (ganz links)


Czernowitz hat eine komplett intakte Altstadt mit Häusern vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert (Neuklassizismus), aber auch aus dem 18. (Barock) und 20. Jahrhundert (Wiener Secession, Jugendstil, Bauhaus). Die Stadt wirkt deshalb auch absolut europäisch und ist ausserdem durchwegs mit Kopfsteinen gepflastert, was mir aus der Schweiz ja bestens bekannt ist. Czernowitz war auch von 1774 bis 1918 österreichisch und ab 1849 Hauptstadt des österreichischen Kronlandes Herzogtum Bukowina. Diese österreichische Zeit widerspiegelt sich auch stark im Charakter der Altstadt, der stark an Wien erinnert.


Fussgängerzone in der Altstadt


Die Altstadt ist dabei vollständig renoviert worden, was mich ehrlich gesagt sehr überrascht hat. Man findet wirklich in der Altstadt kein einziges nicht renoviertes Haus. Ebenfalls sehr europäisch empfand ich die Fussgängezone an der Haupteinkaufsstrasse.


Eine weitere typische Strasse in der Altstadt


Jede einzelne Strasse ist dabei wunderschön und bildet ein spezielles Ensemble (deshalb auch die vielen Fotos...).


Noch noch eine Strasse in der Altstadt


Die Geschichte und die Bevölkerung von Czernowitz ist dabei vielfältig. Eine erste Festung wurde schon im 12. Jahrhundert während der Zeit des Kiewer Rus hier errichtet. Von 1359 bis 1774 gehörten die Stadt und ihre Umgebung zum Fürstentum Moldau (Vorläuferstaat des heutigen Moldawiens).


Strasse zur Universität


Anschliessend gehörte die Stadt wie schon erwähnt zu Österreich-Ungarn und aus dieser Zeit stammen fast alle heute noch existierenden Häuser der Altstadt. Vorerst gehörte Czernowitz zum Königreich Galizien und Lodomerien, aber 1849 wurde das Herzogtum Bukowina als eigenes Kronland mit der Landeshauptstadt Czernowitz konstituiert.


Rathaus von Czernowitz


1875 wurde vom österreichischen Kaiser Franz-Joseph I. anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit zu Österreich eine Universität mit deutscher Unterrichtssprache gegründet, an der aber auch Ukrainer und Studenten aus anderen Nationen studieren konnten. Zu dieser Zeit hatte die Stadt ihre kulturelle Blüte und Ukrainer, Rumänen, Polen, Ruthenen, Juden, Roma und Deutsche lebten in Czernowitz. 1910 stellten die Juden sogar 33% der Bevölkerung.


Rathaus von Czernowitz bei Nacht


Nach dem ersten Weltkrieg wurde Czernowitz rumänisch (Cernăuţi). 1940 wurde die Stadt von der Sowjetunion besetzt. Von 1941 bis 1944 gehörte Czernowitz wieder zu Rumänien, von 1944 bis 1991 als Tschernowzi (Черновцы) zur Sowjetunion, und seit 1991 als Tscherniwzi (Чернівці) zur unabhängigen Ukraine. Heutige ist die Bevölkerung fast vollständig ukrainisch geprägt.


Orthodoxe Kathedrale von Czernowitz


Unser Aufenthalt in Czernowitz war leider an einem Feiertag wo fast alle Restaurants und Geschäfte geschlossen waren. Zudem war es wirklich recht kalt (-10 Grad). Als wir nach dem ausgiebigen Stadtrundgang recht durchgefroren waren, hatten wir echt Probleme, ein offenes Restaurant zu finden. Übernachtet haben wir in einem älteren Hotel an der Hauptstrasse kurz nach dem Rathaus. Die Preise waren nach den teuren Karpaten wieder absolut im normalen ukrainischen Rahmen (UAH 300 für ein Doppelzimmer ohne Frühstück).


Stadttheater von Czernowitz


Die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Czernowitz ist die ehemalige Residenz des Metropoliten der Bukowina, ein imposanter Ziegelbau auf dem "Bischofsberg", in dem seit sowjetischer Zeit die Universität von Tscherniwzi untergebracht ist.


Zentrales Hautgebäude der Universität


Das Universitätsgebäude hat dabei drei grosse Flügel, wobei sich im südlichen Flügel auch eine grosse orthodoxe Kirche befindet.


Nördlicher Flügel der Universität


Das Gebäude wurde 1875 von Czwernowitzer Architekten Josef Hlawka im romanisch-bzzantinischen Stil mit vielen Motiven aus der ukrainischen Kultur erbaut.


Südlicher Flügel der Universität mit Kirche


Zum Schluss dieses Berichts über Czernowitz noch ein paar Fotos mit Detailansichten dieser absolut interessanten Stadt.


Ein Haus aus den 1930-er Jahren
(mitte)


Detailansicht eines Altstadt Hauses



Blick von einem Hinterhof durch ein Tor auf eine Strasse



Blick durch ein Tor (mit Schriftzug Tscherniwzi) in einen Hinterhof



Detailansicht eines Eingans eines alten Hauses

Sonntag, 24. August 2008

Parade zum Unabhängigkeitstag

Am heutigen 24. August, dem Unabhängigkeitstag der Ukraine, und ukrainischen Nationalfeiertag, fand um 10:00 Uhr mitten im Stadtzentrum von Kiew auf dem Kreschtschatik-Boulevard eine grosse Militärparade statt.


Kadetten der Marine


Eine solche Parade findet zwar jedes Jahr statt, dieses Jahr war sie aber besonders gross. Schon am Dienstagabend und am Donnerstagabend war dafür geprobt worden. Dazu wurde das ganye Stadtzentrum gesperrt, was natürlich zu einem völligen Chaos des Feierabendverkehrs führte. Anstatt den üblichen 15 bis 20 Minuten, die ich zum nach Hause fahren brauche, brauchte ich mehr als zwei Stunden. Im Stadtzentrum ging es nur noch im Schritttempo vorwärts...


Blick auf den Kreschtschatik-Boulevard mit aufgestellten Truppen


In Anbetracht des Georgien-Konflikts, der ja nicht allzu weit von der Ukraine entfernt ist, und wo das offizielle Ukraine klar Stellung für Georgien bezogen hat, war das ganze schon etwas speziell. Einen direkten Zusammenhang gibt es aber nicht, da diese Parade schon lange vor dem Ausbruch des Georgien-Konflikts geplant worden war.


Kommandaten der Infanterie mit Standarte


Trotzdem musste ich an diesen Konflikt denken, und anscheinend war ich nicht der einzige. Gerade hinter mir sagte jemand, dass er hoffe, diese Kriegstechnik nur an einer Parade zu sehen... Wie recht er doch hatte! Denn die ehemals russische Krim mit der immer noch dort stationierten russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol birgt genügend Konfliktpotential mit den Russen. Bleibt nur zu hoffen, dass nun die Ukraine eine klare Beitrittsperspektive am nächsten NATO-Gipfel bekommt. Siehe hierzu auch meinen früheren Blogbeitrag mit reger Diskussion (Warum ist Deutschland gegen die Ukraine?). Frau Merkel scheint ja zum Glück nach dem Georgien-Konflikt lernfähig zu sein...


Infanterie-Kadetten


Ich war das erste Mal an einer solchen Parade und war überrascht, wieviel Leute diese sehen wollten. Ehrlich gesagt war es ein Problem, einen Platz mit Ausblick auf die Parade zu finden. Schlussendlich stand ich balancierend auf der Lehne einer Bank, von meiner Frau gestützt, damit ich nicht runter gefallen bin... Aber wie die Fotos belegen, hatte ich von dort aus einen relativ guten Blick auf die Parade.


Verteidigungsminister inspiziert die Truppe im ZiL-114 Cabriolet


Die ersten dreissig Minuten passierte relativ wenig. Anschienend hielt der ukrainische Präsident auf dem Maidan eine Ansprache, die ich aber nich hören konnte. Irgendwann ging es dann los und der ukrainische Verteidigungsminister und der Kommandant der Parade inspizierten die aufgestellten Truppen. Der Minister und der General fuhren dabei in alten sowjetischen ZIL Limousinen, welche ich eigentlich nur aus Dokumentarfilmen kenne... Der Wagen hielt jeweils vor den einzlenen Truppen der verschiedenen Waffengattungen an und die Soldaten sprachen einen Eid mit viel lauten "Hurra!" Schreien. Etwas, was man so nicht im Westen kennt...


Infanteristen an der Parade


Nach einer weiteren Pausen traten die Soldaten aus ihrer Formation am Rande des Kreschtschatik heraus und stellten sich in der Mitte des Kreschtschatik-Bouelevards zur Paradeformation auf. Nach einer weiteren Pause marschierten sie unter dem im Chor gesagten Kommando "eins, zwei, drei, vorwärts!" in Richtung Maidan davon.


T-80 Kampfpanzer


Kurz nachdem die Soldaten vorbei marschiert waren, kam auch schon die "Militärtechnik" vorbeigerollt. Truppentransporter, Schützenpanzer, Kampfpanzer, Panzerhaubitzen, Flak-Panzer und sehr viele verschiedene Arten von Raketenwerfern.


2S19 Msta-S Panzerhaubitzen



SA-19 Tunguska Flugabwehrpanzer

Ich war ehrlich gesagt überrascht, wieviele verschiedene Arten von Raketen die ukrainische Armee hatte. Es war mir zwar bekannt, dass die ukrainische Armee die in der Ex-UdSSR typischen Mehrfachraketenwerfer hat, die auch jüngst im Georgien-Konflikt zum Einsatz kamen. Aber das die Ukraine auch über balistische taktische Raketen verfügt, hat mich doch etwas überrascht.


Mehrfach Raketenwerfer BM-27 Uragan



Taktische Boden-Boden OTR-21 Raketen Totschka (SS-21 Scarab)


Boden-Luft S-300PS Raketen (SA-21)


Mechanisierte Flugabwehrraketen 9K37 Buk-M1


Am Schluss der Parade, nachdem alle Bodentruppen vorbei marschiert und gefahren waren, kam noch die Luftwaffe dran. Ich wusste dies schon im voraus, denn schon an zwei Tagen der vorangegangenen Woche sind Militärflugzeuge im Tiefflug über das Kiewer Stadtzentrum geflogen. Insgesamt ein wirklich sehr interessantes, aber auch spezielles Ereignis.


Mil Mi-24 Kampfhelikopter



Il-76MD Transportfugzeug mit Su-27 Begleitschutz



Suchoi Su-25 Jagdbomber



Mikojan-Gurewitsch MiG-29 Luftüberlegenheitsjäger



Suchoi Su-27 Mehrzweckkampfflugzeug